Aktuell

Juli 2021

Erholungskur für den Wald

Das diesjährige Wetter im Frühling und Sommer ist eine richtige Erholungskur für den Wald. Der Boden ist wieder einmal bis in die tiefen Schichten gut durchnässt und die Blätter und Nadeln erstrahlen in einem saftigen Grün. Nebst den Lawinenschäden sind bisher keine auffälligen Trockenheits-, Sturm oder Käferschäden aufgetaucht und auch die grösseren Hagelereignisse haben das Frutigland verschont. Beste Bedingungen für die im Frühling gepflanzten Auenwaldbaumarten entlang der Kander, diese sind sogar im Kiesigen Schwemmboden fast alle angewachsen und ausgetrieben. Was uns nach den letztjährigen Hitzewellen schon fast aussergewöhnlich erscheint ist aus forstlicher Sicht eigentlich wieder einmal ein «Normaljahr», das letzte dieser Art war hingegen schon im 2016.

April 2021

Pflanzung von Auenwaldbäumen entlang der Kander in Reichenbach

Im April wurden auf den Waldparzellen der Gesamtschwellenkorporation Reichenbach von Kien bis zur Schwandi Ey rund 1000 Bäume gepflanzt. Dabei handelt es sich um Stieleichen, Flatterulmen, Schwarzpappeln und Silberweiden, allesamt spezialisierte und teils seltene Bäume für den Auenwald im Gewässerraum.

400 Bäume wurden am linken Kanderufer von Schülern aus Frutigen am Ende einer Projektwoche gepflanzt. Gespendet wurden diese Bäume von der Spendenplattform there-for-trees mit dem Ziel, durch das Pflanzen von Bäumen dem Klima unter die Arme zu greifen. Damit konnten wir die Lücken füllen, die die durch das Eschentriebsterben erkrankten Eschen zurückliessen. Deren Fällung war entlang des Uferweges zum Schutz der Passanten notwendig.

Weitere 600 Bäume wurden in den letztjährigen Holzschlägen am rechten Kanderufer gepflanzt. Die älteren Fichten leiden zusehends unter den heissen und trockenen Sommern, denn der kiesige Schwemmboden der ehemaligen Aue speichert schlecht Wasser und das naheliegende Grundwasser meiden die Wurzeln der Fichte. Die für diese Bedingungen angepassten Auenwaldbäume sollen den Fichtenwald schrittweise ersetzen und einen zukunftsfähigen und stabilen Wald bilden, der den Ansprüchen des Hochwasserschutzes und der Erholungssuchenden entspricht.

Februar 2021

Steinschlagereignisse Reudlen

Am 6. und 17. Februar ereigneten sich in Reudlen unterschiedlich starke Steinschlagereignisse. Der Grossteil der Gesteinsmassen konnten vom Schutzwald und den bestehenden Querbäumen zurückgehalten werden, einzelne Felsbrocken kamen durch und blieben erst auf der Offenfläche stehen. Als Sofortmassnahme wurde in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Reichenbach im Steinschlagkorridor auf verschiedenen Höhen im Hang Buchen quer gefällt, um den Schutz der vom Steinschlagereignis zerstörten Bäume und Querbäume zu ersetzen.

Schutzwaldholzerei Hangi Kandergrund

Die Holzereiarbeiten im Schutzwald Hangi sind im vollen Gange. Mittels zwei Seillinien wird der dunkle Baumbestand stellenweise aufgelichtet, damit sich der Wald kleinflächig verjüngen kann. Durch die unterschiedlich grossen Öffnungen, die durch die Entnahme von Altholz geschaffen werden, soll sich eine möglichst grosse Baumartenvielfalt auf den Jungwaldflächen einstellen, damit der Schutzwald auch bei schwierigeren klimatischen Bedingungen in Zukunft vor Steinschlag und Lawinenanrissen schützen kann.

Holzerei Gerinneschutzwald Ariswald

In den nächsten Wochen werden im Ariswald unterhalb der Waldstrasse drei Holzschläge ausgeführt. Der Gerinneeinhang zur Chiene soll damit stellenweise verjüngt werden, damit der Wald auch in Zukunft den Wasserabfluss in die Chiene verlangsamen kann und bei einem Rutschereignis weniger grosse Bäume ins Gerinne gelangen. Zwei der Holzschläge sind direkt gerinnerelevant und werden mit Hilfe von der Gesamtschwellenkorporation Reichenbach umgesetzt.